Übersicht: Dieser Artikel erläutert standardisierte Verfahren und technische Anforderungen für qualitativ hochwertige intraorale Scans im Rahmen verschiedener zahnärztlicher Arbeitsabläufe, einschließlich Kronen, Brücken, Prothesen und Schlafapnoe-Schienen.
Scannen von klaren Alignern und Retainern
Ein effektives Scannen für klare Aligner erfordert eine spezifische Patientenpositionierung und genaue Erfassung der posteriore Daten.
Positionierung des Patienten
Lassen Sie den Patienten den Mund halb schließen. Durch das halbe Schließen des Mundes wird der notwendige Platz für den Scanner in den posterioren Bereichen des Mundes geschaffen.
Scanpfade
Oberkiefer:Scannen Sie die Okklusalfläche, dann die Bukkalfläche und anschließend die Palatinalfläche.
Unterkiefer:Scannen Sie die Okklusalfläche, dann die Lingualfläche und anschließend die Bukkalfläche.
Zahnfleischrand: Stellen Sie sicher, dass der Scan 3–5 mm über den Zahnfleischrand hinausgeht.
Biss-Scans: Erfassen Sie Biss-Scans vom Molar bis zum Prämolar. Gehen Sie während der Biss-Scans nicht über die Eckzähne hinaus.
Scannen von Kronen und Brücken
Kronen- und Brücken-Arbeitsabläufe erfordern ein Minimum an vollständigen Quadrantenscans, um eine genaue digitale Fertigung sicherzustellen.
Präparation und Retraktion
Präparationen:Die vorhersehbarsten Ergebnisse erhalten Sie mit Stufen- oder Hohlkehlpräparationen. Für digitale Arbeitsabläufe wird von Tangentialpräparationen abgeraten.
Isolierung: Legen Sie Watteröllchen in den vestibulären Bereich oder verwenden Sie Wangenpads zur Retraktion des Weichgewebes. Achten Sie darauf, dass das unbezahnte Gewebe vollständig trocken ist, bevor Sie mit dem Scan beginnen.
Retraktion: Setzen Sie für eine optimale Gewebeverschiebung und Randsichtbarkeit die Doppelfadentechnik ein.
Scanverlauf
Oberkiefer: Okklusal → Bukkal → Palatinal.
Unterkiefer: Okklusal → Lingual → Bukkal.
Zahnfleischrand: Scannen Sie 3–5 mm über den Zahnfleischrand hinaus .
Scannen von Prothesen
Das Scannen der Prothese umfasst Verfahren für Wachränder und Kopieprothesen zur Erfassung genauer Intaglio- und Cameodaten.
Verfahren für Wachsränder
Formen der Umrandung:Formen Sie die Umrandung des Wachsrandes mit Hilfe von Compoundmasse oder dickflüssigem PVS-Material, während der Patient funktionelle Bewegungen ausführt.
Abdruck mit Korrekturmaterial: Tragen Sie ein dünnfließendes Korrekturmaterial auf und lassen Sie den Patienten die funktionellen Bewegungen wiederholen.
Markierungen: Markieren Sie auf dem Wachsrand deutlich Lachlinien, Eckzahnlinien und die Mittellinie.
Extraoraler Scan: Führen Sie einen extraoralen 360°-Scan durch, während Sie den Wachsrand in Ihrer Hand halten.
Scannen der Kopieprothese und Einprobe
Stellen Sie sicher, dass die Prothese richtig passt, bevor Sie dünnflüssiges Korrekturmaterial auf die Intaglioflächen auftragen. Folgen Sie beim Scannen diesem Pfad: Intaglio → Umrandung → Okklusal → Cameo → Biss.
Scannen von unbezahnten Bereichen
Beim Scannen von unbezahnten Bereichen muss der Scanner deutlich langsamer über Weichgewebe bewegt werden, um das Tracking aufrechtzuerhalten.
Technik für den unteren Bogen
Starten Sie den Scan auf der Okklusalfläche des zweiten Molars. Bewegen Sie den Scanner wippend labial/lingual in der anterioren Region. Erfassen Sie den Alveolarkamm mit einer Drehbewegung, um Hinterschnitte aufzuzeichnen.
Technik für den oberen Bogen
Beginnen Sie an der Okklusalfläche des zweiten Molars. Rollen Sie den Scanner lingual in Richtung der Mittellinie. Erfassen Sie den Gaumen, indem Sie den Scanner wie beim Kehren hin- und herbewegen. So verbinden Sie die Daten mit dem vorherigen Scanpfad.
Scannen von Teilprothesen
Konzentrieren Sie sich auf die Abutment-Zähne und die richtige Gewebeextension für Teilprothesen.
- Erfassung von Abutments: Stellen Sie sicher, dass die Pfeilerzähne vollständig und genau erfasst werden.
- Empfehlungen für das Scannen:
- Oberkiefer: Okklusal → Bukkal → Palatinal
- Unterkiefer: Okklusal → Lingual → Bukkal
- Biss-Scans sollten von Molar zu Prämolar verlaufen und nicht über die Eckzähne hinausgehen
- Kippen Sie den Scanner auf beiden Seiten des Bogens, um mindestens 5 mm des lingualen und bukkalen Zahnfleischgewebes zu erfassen.
Scannen des Implantats
Der Implantat-Arbeitsablauf erfordert einen Emergenzprofilscan und einen separaten Scan mit dem von Hand festgezogenen Scankörper.
Emergenzprofil
Die Implantationsstelle, ohne dass die Heilungskappe oder der Scankörper platziert sind. Dies ist die wichtigste Design-Datei, die es uns ermöglicht, die interproximalen Kontakte zu erfassen. Sie zeigt Diskrepanzen bei vollständig eingesetztem Scankörper und ist die Grundlage dafür, wie die Emergenz der Restauration gestaltet wird
Handhabung des Scankörpers
Ziehen Sie den Scankörper von Hand fest, aber wenden Sie kein Drehmoment an. Entfernen Sie vor der Durchführung von Biss-Scans immer den Scankörper, um eine genaue Kieferregistrierung zu ermöglichen.
Handhabung von unsachgemäß sitzenden Implantat-Scankörpern
Biss-Scans
Entfernen Sie immer erst den Scankörper, bevor Sie Biss-Scans durchführen.
Implantat-Arbeitsablauf am Stuhl
Scannen von Nachtschienen und Schienen
Erfassen Sie bei Oberkieferscans den gesamten Gaumen und bei Unterkieferscans beide retromolaren Polster, um die Passform des Produkts sicherzustellen.
- Oberkiefer: Okklusal → Bukkal → Palatinal Der gesamte Gaumen muss erfasst werden
- Unterkiefer: Okklusal → Lingual → Bukkal, wobei sichergestellt sein muss, dass beide retromolaren Polster erfasst werden.
- Scannen Sie 3–5 mm über dem Zahnfleischrand
- Biss-Scans sollten von Molar zu Prämolar verlaufen und nicht über die Eckzähne hinausgehen
Scannen bei Schlafapnoe
Schlafapnoe-Schienen erfordern eine therapeutische Biss-Stellung und spezifische vertikale und anteriore Freiräume.
Anforderungen an Position und Abstand
Positionierung:Verwenden Sie eine Bisslehre (z. B. George Gauge), um einen therapeutischen Biss bei 40–50 % der maximalen Unterkieferprotrusion aufrechtzuerhalten.
Vertikaler Abstand: Zwischen den Bögen soll ein Abstand von mindestens 3 mm bestehen.
Anteriorer Abstand: Zwischen den Vorderzähnen soll ein Abstand von mindestens 5 mm bestehen.
Checkliste für die Qualitätskontrolle
Überprüfen Sie vor der Einreichung eines Falls die folgenden Kriterien:
[ ] Alle posterioren Zahnflächen werden erfasst.
[ ] Beide retromolaren Polster werden beim Scan erfasst.
[ ] Der Scan weist keine Löcher, Hohlräume, Überlagerungen oder Verzerrungen auf.
[ ] Der gesamte Gaumen ist sichtbar für Schienen- oder Nachtschienenfälle.
[ ] Der Biss-Scan zeigt eine genaue Darstellung der Kieferbeziehung des Patienten.